(16.07.2005)
Generalsanierung als Geschenk zum Fünfziger
Volksschule Ruhstorf begeht Jubiläum - Großer Festakt in der Turnhalle -
Musical „Festival der Tiere" feiert umjubelte Premiere
Ruhstorf(nö). Zum 50. Weihejubiläum des Schulgebäudes
an der Badstraße überbrachte Bürgermeister Erich Hallhuber das schönste
Geburtstagsgeschenk: „Die gesamte Volksschule wird einem kräftigem
Face-Lifting unterzogen. Die Verwaltung erarbeitet derzeit das Konzept für eine
großzügige Generalsanierung."
Mit jugendlichem „Rhythm and Blues" stimmten die temperamentvollen
Volksschulbläser (Leitung Klaus Wiedmann) Daniela Huber und Cecille Ditzel,
begleitet von Steven Koller (Schlagzeug), Felix Kuttin (Gitarre) und Rektor
Josef Bertl (Klavier), alle Jubiläumsgäste auf den 50. Jahrestag ein. Dass die
Musik im Ruhstorfer Schulleben eine gewichtige Rolle spielt, verdeutlichten
gleichermaßen gekonnt die Querflötistinnen Anna Hoffmann, Stefanie Dudek,
Martina Nirschl, Julia Gottlieb und Elisabeth Hallhuber, während der Grund- und
Hauptschulchor (Dirigentin Ilona Öller-Reislhuber) seine übergroße Freude („Gaudeamus")
in Noten kleidete. Als „tragende Säulen eines geordneten Schulalltags"
charakterisierte Rektor Josef Bertl seinen Stellvertreter, Konrektor Dieter
Mayerhofer, sowie das engagierte Lehrerteam, Sekretärin Brigitte Schmid, das
Hausmeister-Ehepaar Aigner, Erzieherin Edeltraud Gaisbauer (Mittagsbetreuung)
und Schulweghelfer Alfons Reisig.
Mit dem „kooperativen Schulverband", einem innovativen wirtschaftlichen
Umfeld (Bereitstellung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen) sowie kreativen
Unternehmern besitze die Ruhstorfer Volksschule - sehr zur Freude ihres Leiters
- eine ganze Reihe „ebenso wichtiger wie tüchtiger Stützen".
Meilensteine der 50-jährigen Schulgeschichte waren nach Überzeugung Bertls die
Berufung als offizielle Praktikumsschule der Universität Passau, die
Einführung des Mittlere-Reife-Zweiges, die Verleihung des Kultur-Förderpreises
durch Landrat Hanns Dorfner, die Musik-Partnerschaft mit Meran und Schärding
sowie die Ernennung zur ersten Musik-Hauptschule Bayerns im Jahr 2003. Leitender
Regierungsschuldirektor Anton Kreuz kurvte in seiner Festansprache mit dem „Zeitmobil"
durch fünf Jahrzehnte Ruhstorfer Schulgeschichte - von der strengen Lehr- und
Lernschule bis zum breit gefächerten, musisch geprägten Leistungsprogramm und
Bildungsangebot. Nach einem Pop-Song der Achtklass-Mädchen (Solistin Sandra
Bestenlehner) schwelgte Elternbeiratsvorsitzende Ursula Reimann als
Ex-Schülerin ebenso in Erinnerungen wie mittlerweile zwei Schüler- und
Lehrergenerationen, bezeichnete jedoch die langjährige „effektive Kooperation
aller Mitglieder einer großen Schulfamilie" als eigentliches Ruhstorfer
Erfolgsgeheimnis. Auch Fördervereins-Vorsitzender Horst Hallhuber führte das
„weitum bekannte Profil" der landesweit ersten Musikhauptschule auf „überdurchschnittlich
engagierte wie motivierte Pädagogen" zurück, die ein Herz für Kinder
zeigten. Die 70 Mitglieder des Fördervereins unterstützen die Lehrer
bestmöglich. Eine viel umjubelte Premiere feierte das eigens für das Jubiläum
komponierte Musical „Festival der Tiere" aus der Feder von Lehrerin Ilona
Öller-Reislhuber in Zusammenarbeit mit ihren Kollegen Katharina vom Berg, Klaus
Wiedmann (Orchester), Ute Müller und Charlotte Birchinger (Einstudierung). Gut
zwei Dutzend Schauspieler und Instrumentalisten sowie fast 60 Vokalisten ließen
in originellen Kostümen gleich eine ganze Horde wilder und zahmer Tiere mit
Tanz und Gesang auf der Bühne Revue passieren.
Jede Menge Action herrschte darüber hinaus beim nachfolgenden Schulfest in
nahezu sämtlichen Klassenzimmern und Fachräumen bei Handarbeits-Ausstellungen,
Workshops, Naturkunde-Experimenten, Theater-Vorführungen, Internet-Chats,
Piraten-Wurfspielen, Oldtimer-Fahrradturnieren oder Spielzeug-Flohmärkten. Und
das alles, ebenso wie die Bewirtung durch den Elternbeirat, für einen
wohltätigen Zweck: Aus dem Schulfest-Erlös wird die Ruhstorfer Hilfsaktion
für Tsunami-Opfer in Sri Lanka unterstützt.
EHRENGÄSTE
Mit dabei waren auch Prälat Hans Lang, Konzelebrant des
Einweihungsgottesdienstes am 16. Juli 1955, Pfarrer Andreas Artinger, MdL Eike
Hallitzky, Leitender Schulamtsdirektor Anton Wolfer, Schulrat Hans Rottbauer
(beide Staatliches Schulamt), die Rektoren a. D. Fritz Gniffke und Georg Moser,
die Förderschulrektoren Reinhard Mattner und Dieter Löw (beidePocking), die
Grundschulrektoren Paul Wutz (Tettenweis) und Bernd Brosig, Konrektor a. D.
Hermann Seidl (Gründer des ersten Ruhstorfer Volksschul-Chores), die
Bürgermeister Josef Schifferer (Neuhaus), Josef Jakob (Pocking) und Alois
Bachmeier (Tettenweis), die Projekt-Koordinatoren Bernhard Eppacher und Gerold
Kislinger (Partner-Musikhauptschule Schärding), Kreismusikschulleiter Klaus
Hatting (Passau), Architekt Hans Würmseher, Diplom-Betriebswirt Wolfram Hatz
junior und Personalchefin Roswitha Berge (Motorenwerke Loher).
Naschereien von damals
So tanzte man früher
Flohmarkt

GS-Theater

Handarbeitsausstellung

Historisches
Klassenzimmer

Internetcafe

Kooperation

Schatzsuche

Tiermusical

Trommelworkshop

Werkausstellung

Ruhstorfs
Volksschüler wagen sich an alte Meister
Ausstellung in der
Kleinen Galerie zum 50. Bestehen der neuen Schule - Die Band „Black
Tigers" präsentierte sich erstmals
Ruhstorf (nö).
50 Jahre „neue" Volksschule: Zu diesem runden Geburtstag erlebte die
Kleine Galerie im alten Pennäler-Trakt gleich zwei Premieren. Erstmals stellten
nämlich Volksschul-Künstler ihre kreative Schaffenskraft unter Beweis,
während die neu formierte Schulband „Black Tigers" den fetzigen Sound
dazu lieferte.
Bei Quali-Prüfungsarbeiten des letzten Jahrzehnts zeigten rund 50 Mädchen und
Buben des Wahlfaches Kunsterziehung ihr malerisches Können buchstäblich im
Stil der großen Meister. Dabei kamen die Nachwuchs-Talente nicht nur
legendären Impressionisten wie etwa Claude Monet, Paul Cézanne oder Vincent
van Gogh auf die Pinsel-Striche, sondern auch Werke nach Motiven der Malergruppe
„Blauer Reiter" oder sogar von Pablo Picasso erweckten die Bewunderung
zahlreicher Vernissage-Gäste. Mit Zeichnungen und Aquarellen wurden
Renaissance-Klassiker von Albrecht Dürer aus Schülerhänden lebendig, die
darüber hinaus auch jede Menge Eigenarbeiten im Stil des Impressionismus
kreierten. Inspiration und Motivation kennzeichneten gleichermaßen
farbintensive Werke, mit denen die junge Volksschul-Malergilde
impressionistische Motive des Bayerwald-Künstlers Hubert Muckenschnabel
aufgriff. „Farben, Formen, Stil- und Schaffensmittel: Die Quali-Arbeiten der
Ruhstorfer Volksschüler können sich getrost von einer breiten Öffentlichkeit
sehen lassen", so Bürgermeister Erich Hallhuber. Er sah die Bilder
gleichzeitig als Beweis dafür, dass die Hauptschule neben ihrer
beruflich-praktischen Ausrichtung „auch Herz, Gemüt und Kreativität fürs
Leben" formt. Rektor Josef Bertl charakterisierte Fachlehrerin Gabriele
Lengert als „treibende Kraft der Ruhstorfer Kunsterziehungs-Szene", die
in ihren Lehrer-Kolleginnen Astrid Neupert und Susanne Baumgartner dabei nicht
minder engagierte Mitstreiterinnen gefunden habe. Nahezu jedes Kind habe nach
hinreichender Erfahrung Bertls eine musische Ader, die allerdings von erfahrenen
Lehrkräften stets aufs Neue zum Pulsieren gebracht werden müsse. Nicht
verhehlen wollte der Schulleiter seine Überzeugung, dass Kinder mit „künstlerisch-kreativem
Herzen nur selten auf dumme Gedanken" kommen. Den fulminanten Gegenpart zur
beschaulichen Bilder-Präsentation lieferte die Premiere der neu formierten
Schulband „The Black Tigers". Nach sechsmonatigem Intensiv-Kurs ließen
es die zwölfjährigen Hard- und Softrocker Magnus Römmelmayr, Felix Kuttin (Vornbach/beide
Gitarre) und Sebastian Brandl (Bad Höhenstadt/Schlagzeug) nun auch öffentlich
gehörig krachen.
