Ehrung nach Noten: Hauptschule zählt zur deutschen
Musik-Elite
Bundeswettbewerb „Musik gewinnt“ (2007): Ruhstorf unter den Preisträgern -
Beeindruckender Abend in der Kölner Philharmonie
Eine bemerkenswerte
Auszeichnung: Beim zweiten Bundeswettbewerb „Musik gewinnt“ eroberte Bayerns
erste Musikhauptschule Ruhstorf einen Ehrenpreis, den Rektor Josef Bertl vor
großem Medienaufgebot in der Kölner Philharmonie entgegennehmen durfte.
„Der bundesweite Wettbewerb wendet
sich an Schulen, die durch musikalische Initiativen oder ideenreiche Projekte
bestimmt sind“, erläuterte Professor Karl Karst in seiner Laudatio die
Zielsetzung des länderübergreifenden Leistungsvergleichs. Ausgeschrieben wird
dieser vom Verband Deutscher Schulmusiker (VDS) in Kooperation mit der
Strecker-Stiftung Mainz, dem Kulturradio WDR 3, der Initiative Hören e.V. sowie
dem Deutschen Musikrat. Dabei solle nach Aussage des WDR-3-Programmdirektors
einerseits das vielgestaltige musikalische Schaffen beteiligter Schulen
vorgestellt, andernteils sollen aber auch Musik-Modelle ausgezeichnet werden,
die weitere Schulen zu ähnlichen Aktionen motivieren könnten. Besonders gefragt
beim Wettbewerbs-Modell „Musikalisches Leben in den Schulen“ seien nach den
Worten Karsts „alle Formen des aktiven Musizierens und Komponierens, der
fächerübergreifenden Projektarbeit sowie der musikalischen Gestaltung, solange
sie möglichst viele Schüler erreichen und dadurch die Schule zu einem Ort
musikalischen Lebens machen“. Deutliche Kritik übte der WDR 3-Programmdirektor
an der Praxis, dass „bei krankheitsbedingten Unterrichtsausfällen meist zuerst
musische Stunden gestrichen“ würden. Laut Karst ein Fehler, der auf dem Irrtum
beruht, dass es sich „bei Kultur, Kunst und Musik ohnehin nur um leicht
verzichtbare Freizeittätigkeiten“ handle. Gerade diese drei Faktoren betrachtete
der Laudator jedoch als „Grundnährstoffe nicht nur der gesellschaftlichen,
sondern auch der persönlichen Entwicklung, ohne die sowohl der Einzelne als auch
die Gemeinschaft an Produktivität und Prosperität verliere“. „Musik gewinnt
immer dann, wenn Schüler- und Lehrerschaft neben ihrem regulären Musikunterricht
das musikalische Schulleben vielfältig bereichern“, fügte Prof. Dr. Ortwin
Nimcik als VDS-Präsident hinzu. Eindruck bei der Wettbewerbs-Jury habe vor allem
die gemeinschaftliche Musical-Produktion der Partner-Musikhauptschulen Ruhstorf
und Schärding inklusive der Musikmittelschule Meran (Südtirol) gemacht.
Beispiel-Charakter bescheinigte der VDS-Präsident nicht minder dem selbst
komponierten, getexteten sowie im eigenen Studio produzierten Klassen-Song „Mia
san muid“. „Gerade Hauptschülern, die in der Gesellschaft oft weniger
Anerkennung finden, soll der Bundespreis Mut machen, ihr Schulleben weiterhin
auf derart eindrucksvolle Weise mit Musik-Projekten zu bereichern“, betonte
Prof. Dr. Ortwin Nimcik ausdrücklich bei der Preisverleihung, die vom Kölner
WDR-Sinfonieorchester musikalisch gestaltet wurde. Als Dank für das Engagement
bei sämtlichen Musik-Veranstaltungen der Ruhstorfer Volksschule über sieben
Jahre hinweg waren Elisabeth Hallhuber und Julia Gottlieb (beide Klasse M 10)
bei der Preisverleihung in der Kölner Philharmonie ebenso dabei wie Horst
Hallhuber als erster Vorsitzender des Volksschul-Fördervereins.
J. Nöbauer

Auszeichnung in
der Kölner Philharmonie. Über die bedeutende Anerkennung freut sich Rektor Josef
Bertl
mit seinen
Instrumental-Solistinnen (v.l.) Julia Gottlieb und Elisabeth Hallhuber.
(Foto: WDR)