Der blaue Strahl

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3. Internationale Musikfestwoche

Meran-Schärding-Ruhstorf

 

Der blaue Strahl 

oder 

Die Kinder von Girouan

 

(ein Musical von Hans-Georg Wolos)

 

 

 Musicalaufführung in Bad Füssing

„Musik kennt keine Grenzen“ - unter diesem Motto besiegelten im Mai 1999 die Musikhauptschule Schärding, die „Josef Wenter“ Mittelschule Meran und die Volksschule Ruhstorf ihre Schulpartnerschaft. Schon ein Jahr später folgte eine Musikwoche in Meran. Dort studierten die Buben und Mädchen der drei Schulen das Musical „Tabaluga“ ein, das im Stadttheater in Meran sehr erfolgreich aufgeführt wurde.

Vom 2. bis 10 März folgt nun die 3. Musikwoche, diesmal in Bad Füssing. Der große Kursaal bietet den optimalen Rahmen für das große Vorhaben. Die Bürgermeister Franz Gnan und Erich Hallhuber sagten schon bei der ersten Vorbesprechung jegliche Unterstützung zu. „Es muss uns ein Anliegen sein, dass sich vor allem auch die Kinder und Jugendlichen mit Musik beschäftigen, es sind unsere künftigen Kulturträger.“ Mit dem Musical „Die Kinder von Girouan - Frieden auf dieser Welt“ haben sich die drei Schulen ein sehr aktuelles und zeitkritisches Werk des Komponisten Wolos ausgesucht, das nach den Vorbereitungen in den einzelnen Schulen zu einem Ganzen zusammengefügt und schließlich öffentlich aufgeführt wird. Prof. Richard Sigmund, auch musikalischer Leiter des Opernstudios in Meran, erläuterte als Zielsetzung einerseits das nähere Kennenlernen der Schüler und das Erleben einer internationalen Schulgemeinschaft in einer sehr intensiven Weise. „Zum anderen aber erleben die Schüler bei dieser musikalischen Gemeinschaft eine zutiefst soziale und motivierende Dimension. Gerade dieses Musical vermittelt durch Musik, Tanz und Spiel besondere zwischenmenschliche Werte.“ „Frau Bildungsministerin Gehrer (Wien) hat bereits für die österreichische Seite den Ehrenschutz übernommen“, konnte Direktor Helmut Schönauer (Schärding) mitteilen und freute sich zusammen mit Rektor Josef Bertl (Ruhstorf) über die sehr herzliche Gastfreundschaft und Aufgeschlossenheit seitens der Gemeinde Bad Füssing und Ruhstorf für die bevorstehende Musikprojektwoche.

„Blauer Strahl“, „Kesselflicker“, „Schulkinder“ und „Besoffene Hühner“, diese von den Eltern in vielen Stunden selbst hergestellten Kostüme konnte Fachlehrerin Gisela Setzer vorstellen und damit einen kleinen Einblick in das Musical „Die Kinder von Girouan“ vermitteln.

Rektor Josef Bertl, Prof. Richard Sigmund, Bürgermeister Franz Gnan, Direktor Helmut Schönauer, 

Bürgermeister Erich Hallhuber mit Darstellern der Volksschule Ruhstorf

 

Vorbereitungen

 

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     Eltern bei der Arbeit - Die besoffenen Hühner  - Messen, Schneiden, Nähen, ...

 

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Der blaue Strahl

 

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Der ehemals an der Staatsoper Wien tätige Maskenbildner Prof. Konrad Keilich 

hilft uns bei der schwierigen Aufgabe der richtigen "Schminke". 

Hier bei einem Fachgespräch mit Frau Fachlehrerin Gisela Setzer.

 

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Aufbau der Kulissen im großen Kursaal

von Bad Füssing

Über 200 SchülerInnen knüpften während der ersten internationalen Musikprojektwoche sehr erfolgreich die ersten zwischenmenschlichen Kontakte der drei europäischen Länder. „Darüber reden ist hilfreich, besser ist das aktive Tun“ - dieses Wort des Reformpädagogen Pestalozzi ist auch das Fundament für die weitere Zusammenarbeit der drei Schulen und für das Bestreben, den Europagedanken den SchülerInnen nahe zu bringen.

Schon ein Jahr später folgte eine Musikwoche in Meran. Damals, im Mai 2000, studierten die Buben und Mädchen der drei Partnerschulen das Musical „Tabaluga“ ein, das im Stadttheater in Meran mit vier ausverkauften Vorstellungen vor begeisterten Zuschauern aufgeführt wurde. Und dabei entstanden sehr intensive und heute noch anhaltende Kontakte zwischen den SchülerInnen.

Vom 2. bis 10. März 2002 kann nun die dritte Musikprojektwoche durchgeführt werden. Auch diesmal werden 200 SchülerInnen gemeinsam ein Musical einstudieren und aufführen. Die spontane Unterstützung durch Herrn Bürgermeister Gnan und der Kurverwaltung ermöglicht eine genügend lange Probenphase und 4 Aufführungen im großen Kursaal in Bad Füssing, der dafür auch die nötige Voraussetzung bietet.

„ Die Kinder von Girouan - Frieden auf dieser Welt“ , bekannt auch als „Der blaue Strahl“, ist ein Musical des Komponisten Hans-Georg Wolos (Jhg. 1951). „In dem Gebirgsdorf Girouan herrschen Streit und Missgunst. Ein mysteriöser blauer Strahl verzaubert die Erwachsenen, die sich nicht ändern wollen, in einen tiefen Schlaf. Unter der Führung von Marcel versuchen nun die Kinder von Girouan die Eltern und das Dorf zu retten. Zuerst wird für die Babys, Kleinkinder und das Vieh gesorgt. Angeregt durch ein altes Photo beschließen die Kinder das verwahrloste und verdreckte Dorf zu verschönern und beginnen mit der Beseitigung des Grundübels: alle Alkoholvorräte werden vernichtet und im Dorfbach geleert. Eine Idee mit ungeahnten Folgen, denn eine Horde betrunkener Hühner sorgt für Verwirrung.

Das Auftauchen der Kesselflickerkinder bringt nur kurzzeitig Unfrieden. Schnell hat man sich miteinander verbrüdert und gegenseitig geholfen. Nach einiger Zeit lässt die Wirkung des blauen Strahles nach und die Erwachsenen wachen nach und nach wieder auf. Verwundert stellen sie die Veränderung fest und....“

In den drei Schulen wird fleißig mit den Orchesterstimmen, dem Chor und den Sprechrollen geübt. Aber auch viele Eltern sind eifrig bei der Arbeit, denn über 120 Kostüme müssen bis zur Premiere fertig sein.

 

Bei den Proben

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Empfang der Gäste aus Meran am 02. März 2002 um 19.00 Uhr

an der Volksschule Ruhstorf a. d. Rott

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Empfang im Rathaussaal in Passau

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Aufführungstermine

Donnerstag 07. März 2002, 19.30 Uhr

Freitag 08. März 2002, 19.30 Uhr

Samstag 09. März 2002, 15.30 Uhr

Karten: Kategorie A € 12.-, B € 10.-, C € 8.-

(Bad Füssinger Kurkarte und Schüler/Studenten € 2,50 Ermäßigung)

Kurverwaltung Bad Füssing (08531-975522)

Musikhauptschule Schärding (0043-7712-2311) und an der Abendkasse

Szenen aus der Aufführung

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von rechts: Gerold Kislinger (Musik-Arrangement), Evelyn Innerhofer (Spielregie und Abendspielleitung), Prof. Richard Sigmund (musikal. Leiter, Gesamtregie), Hansjörg Gutweniger, Nicola Wiedmann, Bernadette Pühringer, Bernhard Eppacher (musikal. Arrangement), Gerti Greiner

 

von links: Gisela Setzer, Prof. Konrad Keilich (Maske), Rita Frasnelli (Dialogregie), Evelyn Innerhofer (Abendspielleitung), Günther Heidenberger (Lichttechnik), Julian Mautner, Christoph Hansjakob (Tontechnik)

 

Mehr über Hans-Georg Wolos:  www.wolos-music.de

 

 

Aus der Passauer-Neuen Presse Nr. 58 vom 09.03.2002

Der Traum von einer friedlichen Welt: 200 Kinder bringen ihn auf die Bühne

Schüler aus Meran, Schärding und Ruhstorf spielen gemeinsam das Musical „Die Kinder von Girouan"

Bad Füssing: War es nur ein Traum von einer friedlichen Welt? Jedenfalls zeigten die 200 Kinder auf der Bühne des großen Kursaals in Bad Füssing, wie schön und friedlich die Welt sein könnte, wenn die Menschen einander verstehen, miteinander leben und füreinander sorgen.

Ein großes Projekt der Schulen aus Ruhstorf, Schärding und Meran machte eindrucksvoll deutlich, dass Musik keine Grenzen kennt und dass Kinder durch Musik mehr als nur Spaß und Lebensfreude vermitteln können.

Seit 1999 besteht die Partnerschaft zwischen der Mittelschule „Josef Wenter“ in Meran, der Musikhauptschule in Schärding und der Volksschule in Ruhstorf. Dass diese Partnerschaft Früchte trägt, zeigte bereits die Realisierung des Musikspiels „Tabaluga“ im Jahr 2000in Meran, aber viel mehr noch das Musical „Die Kinder von Girouan“ von Hans-Georg Wolos und Margarethe Johannsen, das in einem groß angelegten Projekt mit viel Organisationstalent, großartiger Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern und vor allem mit spürbarer Freude bei den mitwirkenden Schülern verwirklicht werden konnte.

Es entstand eine Produktion, die geradezu professionell wirkte. Da passte einfach alles, vom traumhaft opulenten Bühnenbild, das in Meran entstanden ist und das die Stimmung eines kleinen französischen Bergdorfes einfängt, über die mit viel Liebe zum Detail gestalteten Kostüme der Kinder bis zur ausgefeilten und in jeder Hinsicht perfekten Lichtregie.

Eine zauberhafte Geschichte wird da erzählt: Die Leute in einem kleinen französischen Bergdorf leben, wie viele heute in unserer Welt, mit kleinen Machtkämpfen, manchmal gedanken- und sorglos. Die Kinder sollen einen Aufsatz schreiben zum Thema „Frieden in der Welt beruht auf dem Frieden in den Dörfern“. Diese Theorie wird plötzlich zur Wirklichkeit, als entgegen aller Warnung die Dorfbewohner ihr Leben nicht ändern und dafür durch den „Blauen Strahl“ eines Zauberers in einen tiefen Schlaf versetzt werden.

Nur die Kinder sind hellwach und beginnen, das Leben im Dorf zu organisieren. Das beginnt bei der Sorge um das tägliche Brot bis zur Betreuung der kleinen Geschwister. Schnell merken die Kinder, wie wichtig es ist, diese alltägliche Sorge zu teilen, miteinander das Leben zu gestalten.

Selbst das hochaktuelle Motiv der Ausländerfeindlichkeit und der Toleranz wurde eindrucksvoll in Szene gesetzt in dem Bild mit den Kesselflickerkindern. Immer wieder, in jedem der fünf Bilder, in den Songs und in vielen kleinen mit großer Motivation und Konzentration gespielten Szenen klingt der Traum an, dass die Welt eigentlich so friedlich sein könnte, und dass sich von den Kindern in ihrer Unbeschwertheit viel Lebenswissen lernen lässt.

Wie viel dramaturgische Reife in der Aufführung steckt, wurde in der großen Liebe zu Details deutlich. Die Szenen waren lebendig, da gab es keine Statisten, alle Kinder waren immer in die Szene aktiv integriert. Andererseits gelangen dem jungen Ensemble auf der Bühne immer wieder perfekt inszenierte lebende Bilder. Eindrucksvoll zeigte sich hier das unkomplizierte und sehr freundschaftlich-offene Zusammenspiel der drei Schulen und ihrer Lehrer.

Ansteckende Begeisterung beinhaltete die Musik, ansprechende Songs, die von den couragierten Solisten viel Konzentration verlangten. Getragen wurde die Musik von einem sehr stark besetzten Orchester, in dem viele junge Musiker ihre Talente einbringen konnten. Professor Richard Sigmund führte Orchester und Sänger mit absoluter Sicherheit, die sich auch in der ganzen Aufführung widerspiegelte. Da spürte man einfach, dass die Kinder auf der Bühne und die jungen Leute im Orchestergraben unverkrampft und frei spielen, singen und musizieren konnten.

Mit der Aufführung gelang ein Projekt, das Mustergültigkeit haben sollte, auch wenn sicher nicht immer und überall dieser große Einsatz von Schülern, Lehrern, Eltern, von Organisationstalenten und Künstlern möglich sein wird. Der Brückenschlag im Rahmen eines vereinten Europa braucht, das wurde sichtbar, keine großen Worte, sondern die offenen Herzen und die Begeisterungsfähigkeit junger Menschen.

War es nur ein Traum, der da auf der großen Bühne entstand? Es klang nicht nur der Beifall für eine großartige Leistung weiter beim regelrecht verzauberten Publikum, sondern auch das Lied vom Frieden in der Welt, der klein anfängt, nach dem sich die Menschen immer noch sehnen.

(Dr. Hans Würdinger)

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