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Kinder lernen mit den Augen der Autofahrer zu sehen

Ein Kind läuft auf die Straße, wird von einem Auto erfasst und bleibt verletzt liegen: Der Alptraum aller Eltern ist bittere Wirklichkeit geworden. Damit dieser Fall immer seltener eintritt, ist der ADAC Südbayern mit seinem unkonventionellen Verkehrsunterricht "Hallo Auto!" in den Regierungsbezirken Schwaben sowie Nieder- und Oberbayern unterwegs. Im Schuljahr 2000/2001 war das Interesse an diesem Verkehrssicherheitsprogramm für 10- und 11-Jährige erneut riesengroß: 491 Klassen mit 10.831 Schülern machten sich an 185 Schulstandorten fit für den Verkehrsalltag. Schon beim Start hatte sich das Konzept dieses ausschließlich an der Praxis orientierten Verkehrsunterrichts, der inzwischen mit Unterstützung der Michelin Reifenwerke KGaA und der Opel AG auch bundesweit durchgeführt wird, als Volltreffer erwiesen: Lehrer und Kinder sind begeistert und geben Bestnoten. Derzeit werden vom ADAC 10 pädagogisch ausgebildete Moderatorinnen und Moderatoren eingesetzt, die vor Ort die Mädchen und Buben für die Gefahren des Straßenverkehrs sensibilisieren. Angesichts leerer öffentlicher Kassen besonders wichtig: Für die Schulen ist dieses Programm nicht zuletzt durch das finanzielle Engagement des Bayerischen Gemeindeunfallversicherungsverbandes und der Unfallkasse München kostenlos.

Hier einige Szenen aus dem Verkehrssicherheitsprogramm

vor der Niederbayernhalle in Ruhstorf

 

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die Klassen 5ab mit Herrn Eberhard Hiltl vom ADAC (links) und 

Herrn Rupert Bernkopf (Verkehrsbeauftragter der Volksschule Ruhstorf)

 

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Klasse 5a                                                                Klasse5b

 

 

Reaktionsweg  +  Bremsweg  =  Anhalteweg

 

Unsere Kinder wachsen in einer mobilen Welt auf, in der das Auto ein wesentlicher Bestandteil ihres Alltags ist. Fast täglich sitzen sie darin und können dennoch die Risiken, die das Auto zwangsläufig in sich birgt, nur unzureichend einschätzen. Getreu dem Spruch "Aus Erfahrung wird man klug" wirkt der ADAC Südbayern deshalb bewusst auf die individuelle Erlebniswelt der Kinder ein. Versuche haben gezeigt, dass sie die Richtung, aus der ein Geräusch kommt, nicht unbedingt bestimmen können. Weil sie klein sind, fehlt ihnen zudem häufig der Überblick. Am schwersten aber wiegt, dass Kinder das Tempo eines sich nähernden Fahrzeugs nicht abschätzen können. Sie glauben, dass ein Auto wie ein Fußgänger einfach stehenbleiben kann.

 

Zu Beginn von "Hallo Auto!" fangen die Schüler deshalb zunächst bei sich selbst an: Sie stoppen aus vollem Lauf und müssen erkennen, dass sie nicht sofort stehenbleiben können. Noch länger dauert es, wenn sie auf ein Zeichen hin sofort anhalten sollen. Daraus wird dann gemeinsam die Lehrformel "Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg" erarbeitet, die sich fortan wie ein roter Faden durch die weiteren Übungen zieht.

 

Diese Regel gilt es dann auf das Auto zu übertragen. Dazu stellen die Kinder mit ihrem Namen gekennzeichnete Kegel an eine Stelle, an der sie das Anhalten eines sich nähernden Fahrzeugs erwarten. Als Ergebnis ihres vorangegangenen Selbstversuchs unterschätzen sie im ersten Anlauf den Anhalteweg gewaltig. Auf Nachfrage, was passiert wäre, wenn man an Stelle des Pylonen selbst auf der Straße gestanden wäre, kommt nicht selten die - leider zutreffende - Antwort: "Dann wäre ich tot!" Ein zunächst für Kinder vielleicht nicht leicht zu bewältigender Aha-Effekt, der sich aber auf Dauer einprägt. Beim zweiten Versuch, diesmal auf nasser Fahrbahn, tragen die Kinder ihre Kegel wesentlich weiter. Um ihnen auch die Sichtweise des Fahrers deutlich zu machen, dürfen sich die Buben und Mädchen danach angegurtet auf den Beifahrersitz setzen und auf ein Flaggensignal hin mit einem Zweitpedal selbst bremsen. Ein eindrucksvolles Erlebnis mit der zusätzlichen Einsicht, dass Anschnallen im Auto eine wichtige Sicherung ist.

 

 

Teilnehmer im Mai 2004

 

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