Konzert mit Pfiff

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Musikhauptschüler spielen in der „Bundesliga“


Deutscher Jugendorchester-Preis: Ruhstorf-Schärdinger „Grenzland-Team“ erntet viel Lob für „Konzert mit Pfiff“ - 500 Zuhörer begeistert

Ruhstorf. „Jeunesses Musicales“ - frei übersetzt ist das „Jugend musiziert“: Das sinfonische Blasorchester der Partner-Musikhauptschulen Schärding und Ruhstorf, ein bayernweit bisher einmaliges Kooperationsmodell, zählt zu den insgesamt 18 ausgewählten Ensembles für die Endausscheidung dieses Deutschen Jugendorchester-Preises. Und verdient sich damit Höchstnoten.
Pfiffig inszeniert, fetzig arrangiert: Für ihr erstes Deutschland-Finale organisierten die knapp sechs Dutzend Nachwuchs-Interpreten - Durchschnittsalter 13 Jahre - ihren Prüfungs-Vorgaben entsprechend weitgehend in Eigen-Regie ein mitreißendes „Konzert mit Pfiff“: Angefangen von selbst gefertigten Plakaten über selbstverantwortliche Musikproben bis hin zu begabten Dirigenten aus den Orchesterreihen wie etwa Christian Grünert und Beppi Kasbauer oder den Tambour-Majoren Martin Ablinger und Jakob Höllinger.
Ob mexikanische „Folklore-Fiesta“ für ein Dutzend Trompeten, alter amerikanischer Jazz, romantische „irische Träume“ oder konzertante Film-Variationen aus „Die Schöne und das Biest“ - der Ruhstorfer-Schärdinger Talent-Schuppen erntete von 500 begeisterten Zuhörern im schwarz abgedeckten Bühnen-Auditorium der Niederbayernhalle stürmische Ovationen. Ergänzt durch eine halbe Hundertschaft temperamentvoller Chorsänger beider Schulen, avancierte speziell der viertelstündige Musical-Querschnitt vom „Silbernen Segel“ - erst letztes Jahr im Meraner Stadttheater selbst uraufgeführt - zum herausragenden Höhepunkt eines knapp zweistündigen Programm-Reigens, durch den die drei Schärdinger Moderatorinnen Julia Höllinger, Christina Kasbauer und Dorothea Parzer führten.
Unterstützt von ihren „Fan-Blocks“ mit rot-weiß-roten oder blau-weißen Fähnchen, nahmen zwischendurch die originellen Gstanzl-Sänger Victoria Kienbauer und Franzi Holzapfel (Schärding) sowie Bianca Obermeier und Magnus Römmelmayer (Ruhstorf) nachbarschaftliche Rivalitäten humorvoll aufs Korn, ehe beim gemeinsamen Bandltanz die grenzüberschreitende „Freundschaft nach Noten“ im wahrsten Sinne wieder harmonisch gepflegt wurde.
Trotz berechtigter Freude über den grandiosen Konzerterfolg vergaßen die Kinder aber auch hilfsbedürftige Altersgenossen im fernen Indien nicht: Der erbetene Spendenbetrag kommt etwa 5000 Schülern in der Millionenstadt Bangladore zugute, wo der Schärdinger Salesianer-Pater Santos begabten Kindern ebenfalls eine solide Musikausbildung angedeihen lassen will. Welchen Platz das Ruhstorf-Schärdinger „Grenzland-Team“ künftig in der „Orchester-Bundesliga“ belegt, entscheidet letztlich die „Jeunesses Musicales“-Organisation im „Fernvergleich“ mit den restlichen 17 Konkurrenten.
Die Regensburger Jury mit Landesvorsitzendem Wolfgang Graef-Fugrascher, dessen Stellvertreterin Barbara Haack sowie Chefredakteur Andreas Kolb („Neue Musikzeitung“) spendete in der Niederbayernhalle zwar „großes Lob für ein beeindruckendes Konzert mit Pfiff“, meldet jedoch ihre „geheimen Prüfungsnoten“ nur direkt an die Zentrale - genauer Stand derzeit also noch offen. 

(Johann Nöbauer)

 

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