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Landkreis ehrt Forscher und Musiker

 

Drei Einzelpersonen, ein Chor und eine Schule bekommen den Kulturpreis - Verleihung im Herbst

von Laurent Martinez
Passau. Die Träger des Kulturpreises 2003 stehen fest. Der Kreistag hat gestern in nichtöffentlicher Sitzung über die Preisträger aus dem Landkreis abgestimmt. Die in vier Sparten verliehenen Auszeichnungen würdigen kulturelle Leistungen für die Region. Die Preisträger: Professor Dr. Wolfgang Weiß, Dr. Helmut Wagner, Dr. Jörg Mangold, der Liederkranz "Dreiburgenland" Tittling, die Musikhauptschule Ruhstorf.
Für den Bereich der wissenschaftlichen Leistungen geht der Kulturpreis an Professor Dr. Wolfgang Weiß aus Sandbach. Wolfgang Weiß, emeritierter Professor für Anglistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wird geehrt für seine international anerkannten Verdienste um die Shakespeare-Forschung.
Ebenfalls für die wissenschaftlichen Leistungen geehrt wird Dr. Helmut Wagner, Schulamtsdirektor am Staatlichen Schulamt. Er erhält den Kulturpreis für sein wissenschaftliches Engagement im Bereich Musikpflege, Heimatforschung und Literatur der Region.
Für die Kategorie künstlerische Leistung erhält Dr. Jörg Mangold aus Pocking die Auszeichnung des Landkreises. Er hat sich als Jagd- und Naturmaler einen Namen gemacht und durch seine Arbeiten dazu beigetragen, den Landkreis Passau bis weit über seine Grenzen bekannt zu machen.
Für seine kulturellen Leistungen auf musikalischem Gebiet wird der Liederkranz "Dreiburgenland" Tittling geehrt. Gewürdigt wird, dass dieses Musiktheater sich darum bemüht, das niederbayerische Singspiel zu pflegen. So komponierte Pfarrer Alfred Binder eigens für die Tittlinger die Operette "Fräulein, darf ich bitten", die um die Jahreswende erfolgreich aufgeführt wurde.
Der jährlich vergebene Förderpreis geht an die Musikhauptschule Ruhstorf. Als erste Schule dieser Art in Bayern hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, allen Schülern die Grundlagen des Musizierens mit Instrumenten und im Chor zu vermitteln. Besonders seit die Ruhstorfer Schule mit ähnlichen Schulen in Schärding und Südtirol zusammenarbeitet, habe sie mit großen Gemeinschaftsprojekten einen herausragenden Beitrag zum musikalischen Heranwachsen der Kinder geleistet, heißt es im Vorschlagsschreiben. Die Ruhstorfer hatten etwa mit der Vorstellung "Tabaluga" oder dem Musical "Die Kinder von Girouan" große Erfolge beim Publikum erzielt.
Der Kulturpreis des Landkreises Passau, den der Landrat in einer feierlichen Veranstaltung im Herbst überreichen wird, ist mit 2500 Euro für jede Sparte dotiert. Er wird seit 1992 vergeben und ist vorgesehen für hervorragende Leistungen auf kulturellem, künstlerischem und wissenschaftlichem Gebiet. Bedingung einer Nominierung ist es, dass ein Bezug zum Landkreis besteht.
Jeder Bürger des Landkreises kann bei seiner Gemeinde Vorschläge für die Preisträger des nächsten Jahres einreichen.

(PNP vom 22.07.2003)

 

 

 

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„Künstler müssen Visionen fordern und gestalten“

Landkreis-Kulturpreise an herausragende Persönlichkeiten verliehen - Festredner Klemens Unger appelliert: Nicht an der Kultur sparen

Asbach (ac). Mit einem feierlichen Festakt in der Cuvillès Kirche und anschließendem Empfang im Musiksaal des Museums Kloster Asbach zeichnete der Landkreis Passau verdiente Personen und Gruppen des kulturellen Lebens mit dem Kulturpreis aus. Die diesjährige Festrede hielt Klemens Unger, Kulturreferent der Stadt Regensburg.

Der Kulturpreis ging dieses Jahr an Professor Dr. Wolfgang Weiß, Dr. Helmut Wagner, Dr. Jörg Mangold und den Liederkranz "Dreiburgenland" Tittling e.V. Der Nachwuchsförderpreis wurde an die Musikhauptschule Ruhstorf a. d. Rott verliehen.
Zum ersten Mal fand die Verleihung des Kulturpreises in einer Kirche statt und noch nie hat ein bayerisch-österreichisches Orchester diese Feier umrahmt. Dies betonte Landrat Hanns Dorfner bei der Eröffnung der Feierlichkeiten in der Cuvillès Kirche im Museum Kloster Asbach. Beides hänge bereits mit der grenzüberschreitenden Landesausstellung zusammen, die nächstes Jahr in Passau, Schärding, Reichersberg und eben im Museum Kloster Asbach stattfinden werde. Das Museum Kloster Asbach als hochrangiges kulturelles Zentrum sei aus Niederbayerns Landschaft nicht mehr wegzudenken. Die Landesausstellung sei der vorläufige Höhepunkt für das Museum.

Lebendige Kultur braucht Vorbilder

Kultur lebe von Lebendigkeit und Vielfalt, das Kulturleben könne sich jedoch nur dann in Zukunft weiterentwickeln, wenn es Persönlichkeiten gebe, die Vorbild seien für andere. "Mit der Verleihung des Kulturpreises ehrt der Landkreis Passau in ganz besonderer Weise diese kulturellen Leistungen, die so unterschiedlich sind wie die Kunst und Kultur, die in unserem Landkreis geboten sind", so Dorfner. Die Kulturpreisträger seien Spiegelbilder des Kulturlebens im Landkreis und Partner der Kulturarbeit. Mit der Verleihung des Kulturpreises habe man Gelegenheit großartige kulturelle Leistungen zu würdigen und damit auch das Selbstbewusstsein und Selbstverständnis dieser Region zu stärken.
"Brauchen wir in dieser modernen Welt Kunst und Kultur?" Diese provokante Frage stellte Klemens Unger an den Beginn seiner Festrede. So wie die alte Kirche, in der die Kulturpreisverleihung stattfinde, Kultur sei. Die Menschen, die diese Kirchen bauten, konnten vielleicht nicht lesen und schreiben, aber sie verstanden, was die Kirchenmalereien, Gemälde oder Heiligenfiguren aussagten - Kunst sei Ausdruck der Kultur, von Menschen die Kultur hatten und haben. Mit einem Beispiel definierte Unger das Verständnis von Kunst und Kultur: "Die Kirche und das Werk des Künstlers ist Kunst, die Kirche zu kennen ist Kultur." Dass die Menschen einer Region ihr kulturelles Erbe akzeptieren, leben und verstehen wollen und stolz darauf sind, sei Zeichen kultureller regionaler Identität. Brauchtum und moderner Zeitgeist müssen sich nicht widersprechen: "Tradition und Fortschritt sind dabei nicht Kontrast oder Extrem, sondern fruchtbare Spannungsfelder". Kultur ohne Wurzeln könne nicht bestehen. Sich seiner Kultur bewusst zu werden, mache stark für die Zukunft. Kultur müsse sich stets aufs neue bewähren und weiter entwickeln.
Unger freute sich besonders, dass der Nachwuchsförderpreis an die Musik-Hauptschule Ruhstorf ging, da dort im Gegensatz zu vielen anderen Schulen die Musik und damit musische Begabung gefördert werde. "Wer nicht in die musische Begabung und Förderung investiert, braucht sich nicht über Pisa zu wundern", unterstrich Unger. Die Bedeutung musischer Förderung für die Gesellschaft bedeute daher sehr viel - Gemeinschaftssinn, Teamgeist, Disziplin und Kreativität würden geweckt. Und: "Wer Musik spielt, kann nicht mit Steinen werfen!" Also sei diese Förderung auch eine große gesellschaftspolitische Investition. Doch dazu brauche es auch besonders engagierte Lehrer. Pädagogen vermittelten am meisten, was und wie sie leben: "Ich appelliere an alle Lehrer, sich selbst als Vorbild und Kulturkrieger zu begreifen."

"Gesellschaft muss kulturelle Werte leben"

Jugendkultur, Musikkultur, Hochkultur, Volkskultur - sie werden geprägt von der Kunst. Bildende, gestaltende Kunst spiegele wieder, in welchem Zustand sich die Kultur befinde. "Katastrophen, Kriege, Krisen führen ebenso zu Chaos und Niedergang wie Fanatismus, Intoleranz und geistlose Reformen - so Unger. Die Gesellschaft brauche den Konsens von Wirtschaft und Kultur, Menschen, die Kultur bewahren und erhalten, die mit ihrem Tun und Denken der Gegenwart voraus sind. "Künstler und Kulturschaffende müssen Visionen fordern und gestalten, die Politik muss dies fördern und begleiten, die Gesellschaft diese Werte leben", forderte Klemens Unger.
Sein Dank galt hier ganz besonders dem Landkreis Passau und der Heimatzeitung mit ihrer Kulturredaktion, die Kultur herausragend unterstützten. Kultur sei jedoch nicht nur Sache der hohen Kunst, sie zeige sich auch im Alltag, bei den Menschen: "Kultur ist nicht Nebensache, sondern "Lebensmittel - Überlebensmittel". An der Kultur zu sparen, bedeute Entwicklungspotential zu kürzen, bedeute Lebensraum abschnüren.
Zusammenfassend resümierte Klemens Unger: "Kultur ist die Summe aller geistigen Lebensformen einer Gesellschaft. Kultur ist, wie jeder geistvoll lebt in jedem einzelnen Haus, Ort und Land. Bewahren wir uns unsere kulturelle Identität, pflegen wir - in Gottes Namen - unsere kulturelle Blüte für eine lebenswerte Zukunft in einem großen gemeinsamen gestalteten Europa."
Die Laudationes auf die Kulturpreisträger hielt Dr. Herbert Wurster, Archivdirektor des Bistums Passau. Für Leistungen in der Wissenschaft erhielt dieses Jahr den Preis Prof. Dr. Wolfgang Weiß, ein national und international anerkannter deutschen Anglist. "Mit Prof. Dr. Wolfgang Weiß haben wir einen der ganz wenigen deutschen Anglisten vor uns, die mit ihrem Werk in der weltweit intensiv gepflegten Wissenschaft von der Englischen Sprache und Literatur internationale Anerkennung gefunden haben". Mit Blick auf die Kultur des Landkreises begründete Wurster die Preisverleihung an Prof. Weiß: "Heimat und Kultur kann nicht gedeihen, wenn man sich vor der Welt verschließt, sie gedeiht vielmehr dann, wenn man das regionale Geschehen in seiner besonderen Identität auch in die Globale Gemeinschaft integriert, die Standards und Werte setzt".
Geboren in Asbach und getauft in der Cuvillès Kirche, ist Dr. Helmut Wagner ureigenes Kind dieses Landkreises, zweiter Preisträger für Leistungen in der Wissenschaft. Dr. Wagner hat für den Landkreis und die Region wertvolle wissenschaftliche Forschungsarbeiten vorgelegt im Bereich Kunst-, Kloster-, Literatur- Musik- und Schulgeschichte. Für sein so in der Qualität gesichertes Werk wurde Dr. Helmut Wagner der Kulturpreis des Landkreises Passau 2003 für Leistungen in der Wissenschaft zuerkannt.
Für künstlerische Leistungen bekam Dr. Jörg Mangold den Kulturpreis. Dr. Mangold ist ein weit über die Grenzen der Region bekannter Natur- und Jagdmaler. Bei Dr. Mangold ergänzten sich hoher schöpferischer und geistiger Anspruch, er betrachte seine Bilder als Hymnus an die Natur, Bekenntnis zur Schöpfung und zur Erhaltung der Natur, besonders als Bejahung der ländlichen Kultur und bayerischen Heimat.
Pünktlich zu seiner 120-Jahr-Feier bekommt der Liederkranz Dreiburgenland Tittling den Kulturpreis für Leistungen auf dem Gebiet der Musik. Unter der bravourösen Leitung der Dirigenten Hans Kriegl und Gerdi Weinberger und Vorstand Günther Hödl meistere der Liederkranz anspruchsvolle Unternehmungen, in der das Können reife, so Laudator Dr. Wurster.

Zahlreiche Ehrengäste bei der Preisverleihung

Den Nachwuchsförderpreis für Leistungen auf dem Gebiet der Musik bekam die Musikhauptschule Ruhstorf. Als herausragend würdigte Dr. Wurster die grenzüberschreitende Zusammenarbeit für die musische Förderung der Schüler.
Zahlreiche Ehrengäste und Honoratioren waren bei der festlichen Preisverleihung zugegen, darunter Regierungspräsident Dr. Walter Zitzelsberger, Staatssekretär Franz Meyer, MdL Gerhard Waschler, die stellvertretenden Landräte Gerhard Bernkopf und Walter Taubeneder, MdB Dr. Klaus Rose, Kreisrat Hans Danner, die neu gewählten Landtagsmitglieder Jürgen Dupper und Eike Hallitzky, Bezirksrat Horst Wipplinger, Regierungsdirektor Klaus Froschhammer sowie Bürgermeister Werner Mayer von der Marktgemeinde Rotthalmünster, der in einem kurzen Grußwort die Preisträger beglückwünschte.

LOKALES  vom 27.10.2003

 

Kulturpreis-Chor.jpg (52342 Byte)

Gemischter Chor der Musikhauptschulen Schärding und Ruhstorf 

(Leitung Bernhard Eppacher, Schärding)

 

Kulturpreis-Orchester.jpg (46942 Byte)

Das Orchester der Partner-MHS Schärding 

unter Leitung von Gerold Kislinger

 

Preisuebergabe-Julia.jpg (43062 Byte)

Die Schülersprecherin der MHS Ruhstorf, Julia Sebele, 

nimmt den Förderpreis entgegen.

 

Peis-Wiedmann-Bertl.jpg (29143 Byte)

v.l.n.r.: Schülersprecherin Julia Sebele, Landrat H. Dorfner, 

Lehrer K. Wiedmann, Rektor J. Bertl

 

Gastebuch.jpg (28785 Byte)

Rektor Bertl (rechts) und Klaus Wiedmann 

tragen sich ins Gästebuch ein.

 

Kulturpreis-Gaste.jpg (37744 Byte)

Ehrengäste (v.l.n.r.): Reg.Präsident Dr. W. Zitzelsberger, Staatssekretär F. Meyer, 

Landrat H. Dorfner, Festredner C. Unger

 

(Fotos: J. Höcker)

 

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Landkreis ehrt Forscher und Musiker

Drei Einzelpersonen, ein Chor und eine Schule bekommen den Kulturpreis - Verleihung im Herbst

von Laurent Martinez
Passau. Die Träger des Kulturpreises 2003 stehen fest. Der Kreistag hat gestern in nichtöffentlicher Sitzung über die Preisträger aus dem Landkreis abgestimmt. Die in vier Sparten verliehenen Auszeichnungen würdigen kulturelle Leistungen für die Region. Die Preisträger: Professor Dr. Wolfgang Weiß, Dr. Helmut Wagner, Dr. Jörg Mangold, der Liederkranz "Dreiburgenland" Tittling, die Musikhauptschule Ruhstorf.
Für den Bereich der wissenschaftlichen Leistungen geht der Kulturpreis an Professor Dr. Wolfgang Weiß aus Sandbach. Wolfgang Weiß, emeritierter Professor für Anglistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wird geehrt für seine international anerkannten Verdienste um die Shakespeare-Forschung.
Ebenfalls für die wissenschaftlichen Leistungen geehrt wird Dr. Helmut Wagner, Schulamtsdirektor am Staatlichen Schulamt. Er erhält den Kulturpreis für sein wissenschaftliches Engagement im Bereich Musikpflege, Heimatforschung und Literatur der Region.
Für die Kategorie künstlerische Leistung erhält Dr. Jörg Mangold aus Pocking die Auszeichnung des Landkreises. Er hat sich als Jagd- und Naturmaler einen Namen gemacht und durch seine Arbeiten dazu beigetragen, den Landkreis Passau bis weit über seine Grenzen bekannt zu machen.
Für seine kulturellen Leistungen auf musikalischem Gebiet wird der Liederkranz "Dreiburgenland" Tittling geehrt. Gewürdigt wird, dass dieses Musiktheater sich darum bemüht, das niederbayerische Singspiel zu pflegen. So komponierte Pfarrer Alfred Binder eigens für die Tittlinger die Operette "Fräulein, darf ich bitten", die um die Jahreswende erfolgreich aufgeführt wurde.
Der jährlich vergebene Förderpreis geht an die Musikhauptschule Ruhstorf. Als erste Schule dieser Art in Bayern hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, allen Schülern die Grundlagen des Musizierens mit Instrumenten und im Chor zu vermitteln. Besonders seit die Ruhstorfer Schule mit ähnlichen Schulen in Schärding und Südtirol zusammenarbeitet, habe sie mit großen Gemeinschaftsprojekten einen herausragenden Beitrag zum musikalischen Heranwachsen der Kinder geleistet, heißt es im Vorschlagsschreiben. Die Ruhstorfer hatten etwa mit der Vorstellung "Tabaluga" oder dem Musical "Die Kinder von Girouan" große Erfolge beim Publikum erzielt.
Der Kulturpreis des Landkreises Passau, den der Landrat in einer feierlichen Veranstaltung im Herbst überreichen wird, ist mit 2500 Euro für jede Sparte dotiert. Er wird seit 1992 vergeben und ist vorgesehen für hervorragende Leistungen auf kulturellem, künstlerischem und wissenschaftlichem Gebiet. Bedingung einer Nominierung ist es, dass ein Bezug zum Landkreis besteht.
Jeder Bürger des Landkreises kann bei seiner Gemeinde Vorschläge für die Preisträger des nächsten Jahres einreichen.

 

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