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Frieder Köbele wurde als neuer Schulleiter der Ruhstorfer Musik-Grund- und Mittelschule eingeführt - und hat ein klares Zukunftskonzept
Ruhstorf. Eine klare Vorstellung davon, wie die Ruhstorfer Musik-Grund- und Mittelschule sich den Problemen der Zukunft stellen kann, hat Frieder Köbele, der neue Schulleiter, der am gestrigen Freitag offiziell in sein Amt eingeführt wurde. „Vor allem für die Mittelschule wünsche ich mir mehr praktische und berufliche Orientierung“, sagte Frieder Köbele in seiner Antrittsrede und nannte als Ziel, dass möglichst viele Schüler nach ihrem Abschluss „hier in der Region einen Arbeitsplatz finden.“
Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft
„Viele unserer Schüler machen Praktika in Firmen vor Ort“, erklärte der 60-Jährige, der zuvor als stellvertretender Schulleiter in Pocking tätig war. Es seien sogar schon Siebtklässler, die dieses Angebot in Anspruch nähmen. „Darüber hinaus kann ich mir aber auch noch vorstellen, einen lokalen Arbeitskreis Schule und Wirtschaft zu gründen.“ In Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft könnten die Schüler hier am Nachmittag in die Betriebe hineinschnuppern und so tragfähige Beziehungen knüpfen, die später für sie wichtig sein könnten, konkretisierte Frieder Köbele seine Vorstellungen und dankte den Firmen für das bisherige Interesse an den Schülern der Ruhstorfer Mittelschule.
Stärker miteinbeziehen möchte der Pädagoge zukünftig auch die örtlichen Vereine, um ein verbessertes Freizeitangebot für die Schüler zu schaffen. „Statt eines Nachmittagsunterrichts wollen wir mehr Lernförderung und andere Angebote,“ sagte der 60-Jährige. Dadurch möchte er die Mittelschule attraktiver machen und ihren Bestand so dauerhaft sichern, - „indem auch Schüler der Grundschule sehen, dass die Mittelschule durchaus eine Option darstellt.“
Ein Schwerpunkt seines Schulentwicklungsplans liegt deshalb im Bereich der Grundschule. Hier möchte er den „guten Weg“ weitergehen, überlegt aber auch, „das Ganztagsschulsystem der Mittelschule auf die Grundschule zu übertragen.“ Allerdings solle der Nachmittagsunterricht dann nicht allein aus normalem Fachunterricht bestehen, sondern ebenfalls andere Angebote bereit halten.
Durchaus kritisch wandte Frieder Köbele sich an die Elternvertreter und sagte: „Nicht immer dürfen wir in den Wünschen der Kinder den Hauptmaßstab sehen. Wir als Erwachsene sind auch da, um ihnen, wo es nötig ist, Grenzen aufzuzeigen.“ Um optimal lernen zu können, sei nämlich eine friedliche und freundliche Atmosphäre nötig. „Es gibt leider auch Schüler, die frustriert sind und andere, die weniger wehrhaft sind und unter Hänseleien leiden müssen“, berichtete der neue Rektor aus seiner langjährigen Schulerfahrung. Auch in seiner kurzen Zeit an der Ruhstorfer Musik-Grund- und Mittelschule seien ihm dergleichen Fälle schon zu Ohren gekommen. Die Schüler, die sich damit an ihn gewandt haben, bat er um Verständnis, „dass ich nicht immer Zeit habe, weil ich vielleicht gerade ein Telefonat führen muss.“ Erfreut zeigte sich Frieder Köbele in diesem Zusammenhang darüber, dass die Schulsozialarbeit mit dem Ansprechpartner Stefan Pohl an der Ruhstorfer Musikschule gehalten werden konnte. Denn es habe sich an den Schulen in den vergangenen Jahren„ein gewaltiger Wandel vollzogen, weg von der Belehrungskultur hin zur Beratungskultur.“ Neben all diesen Zielen, sagte Frieder Köbele, der gestern zugleich seinen 60. Geburtstag feierte, wolle er natürlich aber auch das musikalische Profil der Schule weiter pflegen. „Wir warten zwar noch darauf, dass uns die Regierung für unseren Namen Musik- Grund- und Mittelschule grünes Licht gibt. Bis dahin setzten wir die Bezeichnung aber auf jeden Briefkopf und stehen auch dazu.“
Ermunternde Worte für die neue Aufgabe erhielt Frieder Köbele unter anderem von Bürgermeister Erich Hallhuber, Pfarrer Andreas Artinger und seinem evangelischen Kollegen Johannes Hesse, vom früheren Schulleiter und jetzigen Fördervereinsvorsitzenden Josef Bertl sowie vom Leitenden Schulamtsdirektor Hubert Kainz. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Schülerchören und jungen Solokünstlern.
-Thomas Winter /Foto: Jörg Schlegel
Artikel der Passauer Neuen Presse vom 10. Dezember 2011
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